Nicht mit mir

23:55:00

Am Wochenende fühlte ich mich zum ersten Mal nicht sicher. Als Kind verfolgte man mit den Eltern die Nachrichten oder schaute logo. Die Fragen an Mama und Papa- mit großen Augen:
"Passiert das hier auch? Kommen die Soldaten hier her?" Und die Antwort war- "Nein. Du brauchst dir keine Sorgen machen. Das ist dort. Wir sind hier in Deutschland. Hier gibt es keinen Krieg."
Die kleine Mareike war zufrieden und beruhigt.
Jetzt ist das ganz und gar nicht so.

Die letzte Woche war aufwühlend. Man fragt nach dem Warum und dem Wieso.
Und erhält doch keine Antwort.
Letzten Freitag war ich auf dem Nachhauseweg. War sauer, dass mein Fernbus über eine Stunde Verspätung hatte und ich so auf die Bahn umgestiegen bin.
Ich kam in Stuttgart an und war nicht gerade ein Sonnenschein. Im Hinterkopf hatte ich das Spiel.
Daheim bei meinen Eltern angekommen, drang die Nachricht langsam durch.
Alles war noch verwirrend und unklar. Das Ausmaß war noch lang nicht vor uns ausgebreitet.
Bis halb zwei saßen wir alle vor dem Fernseher und zappten durch die unterschiedlichen Nachrichtenkanäle. Überall Polizei, schwerbewaffnet, Blaulicht, Absperrband, Krankenwägen...
Wie damit umgehen? Ich muss zugeben ich war zu Beginn geschockt, dass doch das meiste so weitergeht wie bisher. Neue Posts, neue Feeds- auf Instagram lädt jemand ein neues Selfie hoch.
Ich war empört...Und doch ein paar Gedanken weiter wusste ich- so muss es sein.
Wir müssen dem ganzen mit Lachen, Farben, Fröhlichsein entgegnen: Mit dem puren Leben.

Denn Angst, Terror und Schrecken. Das soll uns nicht lähmen. Das pure Leben soll aus uns sprechen.

Nicht mit mir


Ich will mich nicht lähmen lassen und kleinkriegen lassen.
Dieses Video habe ich mir mehrmals hintereinander anschauen müssen. Es hat mich so berührt und spricht direkt aus dem Herzen.



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