Gelesen: Rolle vorwärts. Samuel Koch

18:00:00

IMG_4324 Erst im Februar habe ich den lieben Samuel live gesehen bei einer seiner Vorlesungen.
Und da lage es nahe, dass ich bald sein zweites Buch lese.
Was soll ich sagen? Es war so, so gut.
In der Realität strahlt dieser Mann eine so wunderbar, angenehme Ruhe und Gelassenheit aus.
Er liest hervorragend. Stundenland könnte ich ihm lauschen.
Und wie ich das Buch "Rolle vorwärts- das Leben geht weiter als man denkt" lese (ein wunderbar herrlicher Titel...) meine ich seine Stimme herauszuhören. Die Geschichten, Sätze und Wörter. Das sind seine Reden und seine Stimme, die sich dort widerspiegelt. Das Buch ist wie ein sanftes Gespräch, mal heiter, mal nachdenklich gesinnt. Dank einer bildgewaltigen und schönen klaren Sprache (Koch ist ein wunderbarer Erzähler), liest es sich wunderbar leicht.
Wer Samuels Geschichte nicht kennt, den verweise ich mal auf dieses Video, der einen kleinen aber feinen Einblick in Samuels Leben gibt. In dem Buch geht es um Erlebtes. Geschichten und Anekdoten, sowie die Schauspielerei.

Schon allein der Anfang ist famos:
"Dieses Buch ist daher eine Einladung, vielleicht für ein paar Stunden von einem Außenstehenden zu einem Innensitzenden zu werden" (10)
Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt und es hat mir so gut getan. Vor allem die tägliche Dankbarkeit gegenüber mir allzu selbstverständlicher Dinge, wurde mir durch die Lektüre dieses Buches wieder geschenkt. Wunderbare Gedanken und manche Entledigung meiner Sorgen wurde mir zuteil. Danke!!

"Wieso strahlst du eigentlich so?" - "Na ja, weißt du, ich bin eben nah an der Sonne gebaut" (12)

 Da ich aber überzeugt davon bin, dass dieses Leben nicht alles ist, muss ich nicht krampfhaft versuchen, es möglichst vollzupacken oder zu verlängern" (15)

Zeitweilige Glücksmomente habe ich nach wie vor. Wenn ich in der Schweiz bin und ein Skipisten-Bullifahrer von der Bergwacht schnallt mich auf sein Schneemobil und heizt mit irrer Geschwindigkeit die Alpenkette entlang und die Sonne kanllt vom schwarzblauen Himmel und die Aussicht ist herrlich- dann empfinde ich Glück. (18-19)

Eines nachts verließ ich also das Haus, suchte das Gespräch mit dem Erfinder des Rückenmarks und erklärte ihm wieder mal, warum die Konstruktion desselbigen meiner Meinung nach nicht optimal ist. (21)

Nach wie vor glaube ich daran, dass ich den Rollstuhl irgendwann aus meinem Leben verbannen kann. (159)

Ich kann nicht alles leisten, aber mein Leben ist lebenswert. Weil dieser Gegenentwurf zum "höher, schneller, weiter" lebensnotwendig für uns alle ist. (176)
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